RATGEBER BAUFINANZIERUNG

Wie viel Haus kann ich mir leisten? So planen Sie Ihr Immobilienbudget

Wie viel Haus kann ich mir leisten? Hausillustration mit Budgetbalken.

Das Haus mit Garten, eine größere Wohnung oder endlich ein Zuhause nach den eigenen Vorstellungen: Die Suche beginnt häufig mit Immobilienanzeigen. Doch bevor Sie Kaufpreise vergleichen, lohnt sich eine andere Frage: Welche monatliche Belastung passt dauerhaft zu Ihrem Leben?

Ihr Immobilienbudget ergibt sich aus dem Geld, das Sie einsetzen können, und dem Darlehen, das Sie langfristig tragen können. Kaufnebenkosten und geplante Arbeiten müssen darin Platz finden. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen an einem bewusst vereinfachten Beispiel, wie Sie Ihre erste Rechnung aufbauen.

Die kurze Antwort: Rechnen Sie vom Alltag zum Kaufpreis

Eine tragfähige Rate lässt sich nicht allein aus Ihrem Gehalt ableiten. Zwei Haushalte mit gleichem Einkommen können sehr unterschiedliche Ausgaben haben. Deshalb beginnt die Planung mit einer Aufstellung Ihrer Einnahmen und Ausgaben. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, dabei auch die künftigen Eigentümerkosten und Rücklagen zu berücksichtigen. Quelle: Verbraucherzentrale zur Budgetberechnung.

1. Welche Einnahmen stehen Ihnen verlässlich zur Verfügung?

Erstellen Sie zunächst eine Liste mit dem regelmäßigen monatlichen Nettoeinkommen aller Personen, die die Finanzierung tragen sollen. Schreiben Sie daneben, welche Beträge schwanken oder zeitlich begrenzt sind. So erkennen Sie, ob Ihre Wunschrate nur in besonders guten Monaten funktioniert.

Ein praktischer Ansatz: Führen Sie zwei Spalten. In der ersten steht das Einkommen eines normalen Monats. In der zweiten rechnen Sie ein für Sie realistisches Veränderungsszenario durch, etwa eine Elternzeit oder eine geplante Verringerung der Arbeitszeit. Diese zweite Rechnung ist keine Prognose. Sie hilft Ihnen, die Folgen einer bereits absehbaren Lebensentscheidung sichtbar zu machen.

Ein Bonus oder eine mögliche Gehaltserhöhung sollte in Ihrer ersten Rechnung gesondert stehen. Sie müssen solche Beträge nicht ignorieren; Sie sollten aber erkennen können, ob die Finanzierung davon abhängt. Wie eine Bank einzelne Einkommensbestandteile ansetzt, wird in der konkreten Prüfung geklärt.

2. Trennen Sie Lebenshaltung, Wohnen und Rücklagen

Nutzen Sie für Ihre eigene Übersicht drei Bereiche. Unter Lebenshaltung erfassen Sie beispielsweise Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Kinderbetreuung, Freizeit und laufende Kreditraten. Unter Wohnen sammeln Sie die voraussichtlichen Ausgaben der neuen Immobilie. Eine dritte Zeile bleibt für Reserven und Ausgaben, die nicht monatlich auftreten.

Schauen Sie dafür mehrere Monate Ihrer Kontoauszüge an. Eine jährlich bezahlte Rechnung teilen Sie für die Übersicht durch zwölf. Entscheidend ist eine vollständige Rechnung: Wenn eine Ausgabe bereits in einer Sammelposition enthalten ist, darf sie nicht nochmals abgezogen werden.

Beispiel einer Haushaltsrechnung

Die folgenden Beträge sind frei gewählte Annahmen für einen Beispielhaushalt und keine empfohlenen Pauschalen.

Monatliche PositionBetrag
Verlässliches Haushaltsnettoeinkommen4.800 €
Lebenshaltung und Verpflichtungen, ohne bisherige Miete− 2.200 €
Künftige laufende Eigentümerkosten− 450 €
Rücklage für Instandhaltung− 250 €
Freier Sicherheitsspielraum− 400 €
Rechnerisch verfügbare Darlehensrate1.500 €

Die bisherige Miete ist hier bewusst nicht in den 2.200 Euro enthalten, weil der Haushalt nach dem Umzug keine Miete mehr zahlt. Gibt es eine Übergangszeit mit doppelten Wohnkosten, braucht diese ein eigenes Budget. Die 1.500 Euro sind zunächst ein persönlicher Planungswert und keine Finanzierungszusage.

3. Was bedeutet diese Rate für den Darlehensbetrag?

Für eine erste Überschlagsrechnung bei einem Annuitätendarlehen können Sie mit Sollzins und anfänglicher Tilgung rechnen:

Darlehen ≈ Monatsrate × 12 ÷ (Sollzins + anfängliche Tilgung als Dezimalzahl).

Angenommen werden 4 Prozent Sollzins pro Jahr und 2 Prozent anfängliche Tilgung pro Jahr. Bei 1.500 Euro monatlicher Rate ergibt sich: 1.500 × 12 ÷ 0,06 = 300.000 Euro. Bei angenommenen 5 Prozent Sollzins und unverändert 2 Prozent Tilgung wären es dagegen rund 257.143 Euro. Beides sind reine Rechenannahmen, keine aktuellen Konditionsangebote.

Das Beispiel zeigt, warum die Frage nach dem Kaufpreis allein zu kurz greift. Dieselbe Rate kann unter anderen Annahmen einen deutlich anderen Darlehensbetrag tragen. Für einen vollständigen Vergleich benötigen Sie zusätzlich unter anderem Zinsbindung, effektiven Jahreszins, Restschuld und vertragliche Gestaltungsmöglichkeiten. Der Raten- und Tilgungsrechner hilft Ihnen, verschiedene Annahmen durchzuspielen.

4. Vom Darlehen zum möglichen Kaufpreis

Nun kommt Ihr tatsächlich einsetzbares Eigenkapital hinzu. Ziehen Sie davon zunächst Geld ab, das als persönliche Reserve erhalten bleiben soll. Im nächsten Schritt berücksichtigen Sie die Kaufnebenkosten und geplante Arbeiten.

Ein weiteres vereinfachtes Beispiel: Zum Darlehen von 300.000 Euro kommen 70.000 Euro einsetzbare Eigenmittel. Für Arbeiten nach dem Kauf werden 20.000 Euro reserviert. Für Kaufpreis und Kaufnebenkosten bleiben somit 350.000 Euro. Unter einer rein beispielhaften Nebenkostenannahme von 10 Prozent des Kaufpreises ergibt sich ein Kaufpreisrahmen von rund 318.182 Euro: 350.000 ÷ 1,10. Ob die 10 Prozent im konkreten Kauf ausreichen, muss anhand der tatsächlichen Kosten geprüft werden.

5. Prüfen Sie Ihre Rechnung an einer konkreten Immobilie

Für die Suche in Leipzig und Umgebung können Sie eine kurze Vergleichsliste pro Objekt anlegen: Kaufpreis, erkennbare Arbeiten, laufende Ausgaben und zusätzliche Wege im Alltag. Ein preiswerteres Haus ist für Ihren Haushalt nicht automatisch günstiger, wenn Sie dafür ein zweites Auto oder umfangreiche Arbeiten benötigen. Setzen Sie solche Positionen mit Ihren eigenen Zahlen an, statt aus dem Stadtteil oder Baujahr allein auf die Kosten zu schließen.

Bei einer Wohnung sollten Sie sich erläutern lassen, welche Positionen das Hausgeld enthält. Bei einem Haus gehören Zustand und absehbare Reparaturen in die Objektprüfung. Die Finanzierung sollte auf überprüften Angaben beruhen, nicht nur auf dem Eindruck aus einer Besichtigung.

Ihre Vorbereitung auf das Gespräch

  • Regelmäßige Einnahmen und variable Bestandteile getrennt notieren.
  • Monatliche und jährliche Ausgaben zusammenstellen.
  • Verfügbare Eigenmittel und gewünschte Reserve getrennt ausweisen.
  • Bestehende Kredite und sonstige Verpflichtungen ergänzen.
  • Falls vorhanden: Exposé und erste Kostenschätzungen mitbringen.
  • Eine Wunschrate und eine persönliche Belastungsgrenze formulieren.

Häufige Fragen zum Immobilienbudget

Kann ich meine bisherige Warmmiete einfach als Kreditrate ansetzen?

Für eine belastbare Rechnung reicht das nicht. Im Eigentum fallen neben der Darlehensrate weitere Ausgaben an. Stellen Sie deshalb die künftige Gesamtsituation Ihrer bisherigen gegenüber.

Ist das Ergebnis des Rechners schon eine Zusage?

Nein. Ein Rechner zeigt die Folgen Ihrer Eingaben. Eine Zusage setzt die Prüfung Ihrer persönlichen Situation, der Unterlagen und der Immobilie durch den Kreditgeber voraus.

Lohnt sich ein Gespräch, bevor ich ein Haus gefunden habe?

Ja, zur Vorbereitung lässt sich bereits ein persönlicher Suchrahmen besprechen. Mit einer konkreten Immobilie wird dieser Rahmen anschließend anhand der Objektdaten geprüft.

Aus einer ersten Zahl wird ein persönlicher Plan

Starten Sie mit dem Immobilienbudget-Check oder vereinbaren Sie einen Termin mit Dirk Hofmann. Gemeinsam besprechen Sie, welche monatliche Belastung zu Ihrem Vorhaben passt – persönlich in Leipzig und auch deutschlandweit.

Stand: 9. Oktober 2026. Allgemeine Orientierung; alle Beispiele sind fiktiv und ersetzen keine individuelle Finanzierungsprüfung.